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für den 18.12.2017

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Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, Präses Manfred Rekowski und Oberkirchenrat Klaus Eberl (r.) in der Pressekonferenz zur Landessynode 2018. Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, Präses Manfred Rekowski und Oberkirchenrat Klaus Eberl (r.) in der Pressekonferenz zur Landessynode 2018.

Landessynode 2018

Christlichen Glauben auch gegenüber Muslimen begeistert zur Sprache bringen

Schwerpunktthema der Landessynode 2018 ist die Begegnung mit Musliminnen und Muslimen. Zu den weiteren Themen gehören u.a. ein sog. Erprobungsgesetz und die Vorbereitung einer Jugendsynode 2019, wurde in der Presserkonferenz im Vorfeld der Landessynode u.a. mit Präses Manfred Rekowski deutlich.

„Wir wollen eine veränderungsfähige Kirche werden, die auf gesellschaftliche Herausforderungen schneller reagieren kann, und die unaufwendiger organisiert und strukturiert ist.“ Dieses Ziel formulierte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, heute in Düsseldorf. Vor Journalistinnen und Journalisten gab er einen Ausblick auf die Themen, die die kommende Landessynode beschäftigen werden. Das Leitungsgremium der rheinischen Kirche tagt vom 7. bis 12. Januar 2018 in Bad Neuenahr.

Um diesem Ziel näher zu kommen, beraten die Synodalen aus den 38 Kirchenkreisen über ein Erprobungsgesetz, das zukünftig Veränderungen kirchlicher Arbeit erleichtern soll, indem zeitlich oder örtlich befristete Modelle ermöglicht werden sollen, erläuterte der Präses.

Dieses Vorhaben knüpfe an das zurückliegende Jubiläumsjahr der Reformation an: „Auf diesem Wege könnten neue Gemeindeformen, die sich in unserer Kirche bilden, also zum Beispiel Jugendkirchen, mehr Mitwirkungsmöglichkeiten erhalten." Vielleicht werde auch in einem einzelnen Kirchenkreis – das sei bereits konkret angefragt – bei der Wahl des Presbyteriums ein vereinfachtes Wahlverfahren ausprobiert. Rekowski: "Wir wollen situationsgerechte und kontextgemäße Arbeit fördern und deshalb müssen wir zukünftig nicht in allen Fragen im Gleichschritt unterwegs sein.“

Theologische Positionsbestimmung für die Begegnung mit Muslimen

Zum Schwerpunktthema Begegnung mit Musliminnen und Muslimen wird die Landessynode über eine theologische Positionsbestimmung beraten. Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, Leiterin der Abteilung Theologie und Ökumene: „Die Synode wird die Frage beschäftigen, wie Christinnen und Christen Menschen anderen Glaubens, hier Musliminnen und Muslimen, begegnen. Gehen wir davon aus, dass auch sie auf der Suche nach dem einen Gott sind? Oder sehen wir in ihrer Religionsausübung einen Weg, der von Gott wegführt?“

Die in knappen Leitsätzen formulierte Positionsbestimmung gehe davon aus, dass niemand Gott bei seinen Plänen über die Schultern schauen könne. „Insofern können und wollen wir als rheinische Christinnen und Christen über den Glauben der Musliminnen und Muslime nicht urteilen. Das bedeutet auf der anderen Seite aber auch: Wenn wir von Gott reden, dann sind wir gebunden an das Bekenntnis zu Jesus als dem Christus, dem Messias Gottes.“ Rheinischen Christinnen und Christen werde deshalb Mut gemacht, ihren Glauben im Dialog mit Musliminnen und Muslimen begeistert zur Sprache zu bringen.

Die Positionsbestimmung bekennt sich zum christlich-muslimischen Dialog, an dem auch in schwierigen Situationen festgehalten werden soll. Sie plädiert für einen islamischen Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach, das aber davon abhänge, wie und in welcher Form der Islam in das staatliche Religionsrecht einzubinden ist.

Die Landessynode dürfte auch die Frage beschäftigen, welchen Charakter das Gespräch zwischen Christen und Muslimen hat und in welcher Intention es geführt wird. „In diesem Kontext fällt immer mal wieder der Begriff der Konversion. Ich betone in diesem Zusammenhang: Die Begegnung mit Muslimen zielt nicht unbedingt auf Konversion. Es bleibt die freie Entscheidung eines muslimischen Menschen, seinen Glauben zu bezeugen und bei ihm zu bleiben oder zu konvertieren“, so Barbara Rudolph.

„Jugendliche sind Theologinnen und Theologen in eigener Sache“

Die Landessynode wird über eine Jugendsynode beschließen, die unmittelbar vor der Landessynode im Jahr 2019 geplant ist. Sie soll unter anderem Themen vorschlagen, mit denen sich die Landessynode in den kommenden Jahren beschäftigen wird. „Die Jugendsynode wird stattfinden, um dem Dialog mit jungen Menschen in unserer Kirche einen noch größeren Stellenwert zu geben“, sagte Oberkirchenrat Klaus Eberl, der als Leiter der Bildungsabteilung im Landeskirchenamt für die Jugend zuständig ist.

„Denn Jugendliche fragen, worauf sie sich verlassen können, suchen nach dem Sinn des Lebens, das vom Chaos, von Unglück und Leid bedroht wird, also – bei allem Abbruch kirchlicher Sozialisation – nach durchaus typisch religiösen Kategorien“, erklärte Eberl weiter. Jugendliche sehnten sich nach Zusammenhalt, nach Freundschaft und Solidarität und seien sensibel, wenn es um die großen Fragen der Gerechtigkeit, des Friedens oder des Umgangs mit der Schöpfung geht.

„Mit ihren Antworten, die sich in der Regel jenseits kirchlich-dogmatischer Tradition bewegen, erweisen sich Jugendliche als Theologinnen und Theologen in eigener Sache. Nichts weniger hat die Reformation mit dem ,allgemeinen Priestertum‘ gemeint. Die Weiterentwicklung einer neuen religiösen Sprachfähigkeit ist Voraussetzung für die Friedensfähigkeit einer immer heterogener werdenden Gesellschaft.“

Der Landessynode liegt ein neuer Jugendbericht vor. Er würdigt die Bereitschaft der Jugendlichen, sich zu engagieren. Handlungsbedarf bestehe bei der Bildungsgerechtigkeit. Mit schulischer Bildung alleine sei sie nicht zu stärken, Ganztagsangebote müssten qualitativ verbessert werden.

Die rheinische Kirche bietet sich als Kooperationspartnerin an, wenn es darum geht, schulische und außerschulische Bildung zu verknüpfen. Ausdrücklich geht der Jugendbericht auf die unbürokratische Hilfe für geflüchtete Jugendliche ein, wie sie etwa durch die offene und aufsuchende Jugendarbeit geleistet wird.

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ekir.de / jpi, wb, neu / 14.12.2017



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